Krankenhausseelsorge

Krankenhausseelsorge


# Sprengelthema allgemein
Veröffentlicht am Donnerstag, 10. Januar 2019, 15:29 Uhr

"Wo bleibt die Krankenhausseelsorge?“

… So wundern sich des Öfteren Menschen aus den Kirchengemeinden, wenn sie im Krankenhaus sind. Tatsächlich brauchen wir aber Ihre Mitwirkung. Im Zeitalter des Datenschutzes reicht es nicht aus, bei der Anmeldung anzugeben, dass Sie katholisch oder evangelisch oder etwas anderes sind. Wenn Sie von einem Seelsorger oder einer Seelsorgerin besucht werden wollen, müssen Sie darüber hinaus ausdrücklich sagen, dass Sie einen solchen Besuch wünschen. Dass Sie Seelsorge bekommen können und dass die Kliniken diesen Wunsch weiterleiten, ist in ganz Deutschland möglich, aber Sie müssen das meist aus eigener Initiative anmelden. 

Die Mitarbeitenden bei der Anmeldung im Krankenhaus sind aus schlechten Erfahrungen heraus oft vorsichtig. Auf die Frage, ob Patienten „Seelsorge“ wünschen, bekommen sie immer mal wieder schroffe Antworten wie „So weit ist es bei mir noch nicht.“ oder „Sehe ich etwa so aus?“ oder „Das geht Sie gar nichts an.“ (… um die harmloseren zu nennen)

Es soll auch schon vorgekommen sein, dass auf die Frage nach der „Konfession" mit „38-40“ geantwortet wurde, weil Patienten das Wort gar nicht kannten bzw. es mit dem ähnlich klingenden Wort „Konfektion“ verwechselten.

Aus diesem Grund werden bei der Anmeldung oft nur noch die älteren Frauen gefragt, bei denen keine unfreundlichen Antworten befürchtet werden. Manchmal geht die Frage in den vielen anderen Fragen auch einfach unter. 

Wenn Sie also für sich oder einen Angehörigen im Krankenhaus einen Seelsorgebesuch wünschen, dann sagen Sie das am besten gleich bei der Anmeldung an. Damit machen Sie es den Mitarbeitenden in der Anmeldung leichter und fördern, dass es auch in Zukunft in Krankenhäusern Seelsorge gibt.  

Sollten Sie es in der Aufregung vielleicht doch vergessen haben, dann können Sie uns jederzeit auch über die Pfleger oder Schwestern auf der jeweiligen Station zu sich oder Ihren Angehörigen bitten. Oder Sie rufen uns direkt an. Wir kommen gern. 

Herzliche Grüße aus der Krankenhausseelsorge im Kirchenkreis,

Pfarrerinnen Behrmann, Bekemeier, Linden, Lindstädt und Tuschling.